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FILMS YOU SHOULD SEE before it's too late (4): DER VERLORENE (The Lost One) by Peter Lorre (1951)

12h ago
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Romuald Karmakar's list of "Films you should see before it's too late" (4): DER VERLORENE (The Lost One) by Peter Lorre (D, 1951). „DER VERLORENE, Peter Lorres einzige Regiearbeit, ist wie ein Bruderfilm zu Fritz Langs »M - Eine Stadt sucht einen Mörder«. Zurück aus der Emigration in Frankreich und den USA, knüpft Lorre mit seinem Film in der jungen Bundesrepublik an das kinematografische Erbe an, das er, zusammen mit vielen anderen Künstlern, in der Weimarer Republik hinterlassen hat. Erneut bringt Lorre den Mut auf, einen Lustmörder zu spielen, einen »Totmacher«, wie die großartige Gisela Trowe ihn im Film nennt. Anders als bei »M« ist die Figur des Dr. Rothe, ein Wissenschaftler im weißen Kittel, in das Profiteursystem einer Gesellschaft, zudem in der NS-Zeit, eingebunden. Das akzentuiert den Schulddiskurs, der nicht nur an die Protagonisten des Films und die „Ausgebombten von Hamburg", dem Ort der Spielhandlung, gerichtet ist, sondern auch jene Träger der NS-Zeit im Auge hat, die in der postdiktatorialen Gesellschaft der Bundesrepublik das Aufräumen der Trümmer mit der Aufarbeitung der Verbrechen verwechseln. Wie viele andere nach dem Krieg, versucht auch Dr. Rothe die zweite Chance, die sich bietet, zu nützen und beginnt als Dr. Neumeister, bezeichnenderweise in einem Flüchtlingslager als fürsorglicher Arzt, auch ein neues Leben. Eines Tages wird er durch die Figur des Dr. Hoesch, einem ehemaligen Kollegen und Mordgehilfen aus dem Forschungsinstitut, gespielt von Karl John, mit seiner mörderischen Vergangenheit, selbstverständlich auch die des Nationalsozialismus, konfrontiert. Anders als viele nach dem Krieg, anders auch als Dr. Hoesch, der sich mittlerweile Novak nennt, belastet Rothe/Neumeister die verbrecherische Schuld, für die er sich nicht bestraft sieht. Müde von der inneren Flucht, wird ihm klar, dass sich die Identität nicht wie ein Namen ändern lässt. Am Ende geht er Spazieren und kommt nicht mehr zurück. Peter Lorre, der Verlorene des deutschen Films, kommt auch nicht mehr zurück. Enttäuscht von der Reaktion auf seinen Film, geht er wieder in die USA und stirbt 1964 in seinem kleinen Apartment am Hollywood Boulevard." (RK) http://karmakar-filmsyoushouldsee.blogspot.com/